ES – Pennywise kehrt zurück

Es ist nun endlich soweit, ES ist in den deutschen Kinos gestartet! Als glühender Horrorfan bin ich natürlich sofort ins Kino gestürmt und habe mir von dem heiß ersehnten Stephen King Klassiker ein eigenes Bild gemacht.

Wenn dich die Angst heimsucht

Eine kleine Gruppe von jungen Außenseitern muss sich mit Mobbing, Rassismus, Verleumdung und weiteren Problemen herumschlagen. Zu allem Überfluss verschwinden plötzlich auch noch nach und nach immer mehr Kinder im kleinen beschaulichen Ort Derry im Bundesstaat Maine. Neben schrecklichen Heimsuchungen, die ein Hinweis sein könnten, wo all die Menschen abgeblieben sind, zeigt sich auch immer wieder ein fruchteinflößender Clown. Die Kinder beschließen daraufhin herauszufinden, was ES sein kann…

27 Jahre später…

Kein Horrorfilm wurde in den letzten Jahren so sehnsüchtig erwartet wie ES. Zum einen liegt das vielleicht daran, dass diese Kulthorrorfigur noch nicht mit 1000 Remakes komplett ausgeschlachtet wurde, zum anderen am ausdrucksstarken Trailer, der sofort überzeugt hat.
Obwohl man schon Tim Curry als Pennywise nachts nicht begegnen wollte, kann er im Gegensatz zu Bill Skarsgård einpacken. Seine Darstellung symbolisiert die Faszination des Grauens. Er macht dir Angst, aber du kannst nicht wegsehen. Deswegen umso erstaunlicher ist es, dass Bill mit dieser Rolle sein Debüt im amerikanischen Film feiert. Er zieht somit mit seinem berühmten Vater (Stellan Skarsgård) und Brüdern (Alexander & Gustaf Skarsgård) gleich.
Eigentlich ist der Film schon seit 2009 in Produktion und musste viele Teamwechsel und Änderungen durchmachen, aber vielleicht war das gar nicht mal so schlecht. Die Geschichte hat ein sehr gutes Storytelling und erscheint kein einziges Mal oberflächlich. Als Zuschauer wird einem die Angst der Kinder – natürlich auch wegen der hervorragenden Schauspielarbeit der jungen Protagonisten – so übermittelt, dass sie sehr gut nachvollziehbar und schon fast zum Greifen nah war. Interessant waren auch die Bedrohungen, die von den Erwachsenen ausgingen, somit gab es nicht nur eine Bedrohungsquelle.
Technisch war der Film ebenfalls einwandfrei und überzeugt besonders durch den authentischen 80er Jahre Flair, die soliden Effekte und der verdammt guten und stellenweise verrückten Kameraarbeit. Bei letzterem wurde nichts dem Zufall überlassen und man engagierte Chung Chung-Hoon, der bereits bei Oldboy großartige Arbeit geleistet hat.

Illustration: Plixton

Ein äußerst gelungener Film

Meine persönliche Meinung zu dem Film beruht rein auf dem neuen ES Film und wird nicht mit dem Buch oder dem Fernseh-Zweiteiler aus dem Jahre 1990 verglichen. Bei letzterem bin ich nämlich eingeschlafen. Sorry Tim!
Vorab muss man sagen: Zwischen Horrorfilmen und mir besteht immer eine Liebe, die gerne enttäuscht wird. Oft sind die Erwartungen zu hoch, die Filme von Story und Produktion her aber zu schwach. So erging es mir auch mit den meisten Stephen King Verfilmungen.
Der Streifen hat zwar wieder einmal nicht die gewünschte Menge an Horror beinhaltet, aber trotzdem bin ich von ihm begeistert! Die Atmosphäre und das Storytelling wurden qualitativ hochwertig übermittelt und machen Spaß zum Anschauen. Die Mischung aus Coming of Age und Humor war für meinen Geschmack genau richtig. Aber am faszinierendsten war der Clown selbst, bei dem ich manchmal nicht wusste, ob ich lachen oder vor Angst weinen sollte.
Das einzige was ich mir noch gewünscht hätte – neben noch mehr Horror – wäre eine genauere Erklärung, woher Pennywise stammt. Aber nach einer kurzen Recherche weiß nun auch ich, wieso das Thema im Film nicht ausführlich behandelt wurde. Googlelt selbst…
Außerdem muss ich ganz ehrlich sagen, dass die ganzen Trailer einiges am Film vorweggenommen haben.
Normalerweise bin ich kein großer Anhänger von Stephen King. Er ist irgendwie das McDonalds des Horrorgenre und überdeckt kleinere Autoren mit seinem Namen. Aber ich denke, es ist nun auch wieder einmal für mich Zeit ein Buch von ihm in die Hand zu nehmen und ES zu lesen.

Ein kleiner Fakt am Bordsteinrand

Der Regiesseur und die Produzenten von ES machen kein Geheimnis drauß und somit ist es legitim zu erwähnen, dass es einen zweiten Teil geben wird. Im Buch gibt es nämlich zwei Stories, einmal die der Kinder und einmal die der Erwachsenen. Wir dürfen also gespannt bleiben!

Ich wünsche euch allen viel Spaß bei diesem Film und lasst euch von Pennywise in seinen Bann ziehen!
Francy

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